TAMPEP / Informations-, Beratungs- und Gesundheitspräventionsarbeit für Migrant*innen in der Sexarbeit

Inhalt

Kontakt

Kettenbrückengasse 15/4

1050 Wien

Telefon: +43.1.581 18 81

Fax: +43.1.581 18 81-14

E-Mail: tampep@lefoe.at

Kontaktperson

Maga Maria Hörtner

Telefonische Terminvereinbarung

Mo, Mi, Fr: 10:00 bis 15:00 Uhr

Di, Do: 14:00 bis 17:00 Uhr

Beratungszeiten

nach Vereinbarung

Telefonische Terminvereinbarung für Registrierungsberatung und -begleitung

mobil: +43.699.12233102

Mo, Di, Mi, Do, Fr: 12:00 bis 16:00 Uhr

Registrierungsberatung (für alle Sexarbeiter*innen, die in Wien arbeiten wollen)

nach Vereinbarung

Zielgruppe

Migrant*innen, die in der Sexarbeit tätig sind oder waren

Transgender Personen, die in der Sexarbeit tätig sind oder waren

Frauen*, die in Wien als Sexarbeiter*innen arbeiten wollen

 

Sprachen

  • Spanisch,
  • Englisch,
  • Rumänisch,
  • Bulgarisch,
  • Französisch,
  • Chinesisch,
  • Portugiesisch
  • Deutsch

Beratung und Unterstützung in anderen Sprachen bei Bedarf.

Konzept

LEFÖ arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre in der Beratungs- und Unterstützungsarbeit mit migrantischen Sexarbeiter*innen in Österreich und fordert die rechtliche Absicherung und soziale Anerkennung von Sexarbeiter*innen. Dazu bedarf es der Entkriminalisierung von Sexarbeiter*innen, ihrer Involvierung in den öffentlichen Diskussionsprozess und der Legalisierung von Sexarbeit durch arbeitsrechtliche Gleichstellung mit anderen Erwerbstätigen. Seit 1995 ist LEFÖ Partnerin des europäischen Forschungs- und Interventionsnetzwerks TAMPEP (European Network for HIV/STI Prevention and Health Promotion among Migrant Sex Workers, www.tampep.eu) und entwickelte darin gemeinsam mit anderen Organisationen das Konzept der kulturellen Mediation. Kulturelle Mediation ist ein wichtiger inhaltlicher Zugang zur vermittelnden Unterstützungsarbeit in der Gesundheitsprävention, im Empowerment und in der Stärkung von Sexarbeiter*innen.

Sexarbeit

Wir sprechen von Sexarbeit, um einen akzeptierenden und unterstützenden Zugang gegenüber sexuellen Dienstleister*innen (mehrheitlich Frauen*, aber auch Transgender-Personen und Männer*) begrifflich zu transportieren.

Wir sprechen auch von Sexarbeit, um den Fokus auf die Arbeit zu richten, die erbracht wird und auf entsprechende Forderungen nach umfassenden Arbeits- und Sozialrechten für Sexarbeiter*innen. Wir sprechen zudem von Sexarbeit, um die Heterogenität der Arbeitsstätten und Arbeitsweisen in der Sex-Industrie zu verdeutlichen.

Kulturelle Mediation in der Gesundheits- und Gewaltprävention sowie in der Beratungs- und Unterstützungsarbeit mit und für Sexarbeiter*innen

Kulturelle Mediator*innen sind keine Übersetzer*innen. Sie sind Vermittler*innen, die die rechtliche und soziale Situation sowohl im Herkunfts-, als auch im Zielland von migrantischen Sexarbeiter*innen kennen. (Information zu Kultureller Mediation, pdf, 91,1 KB)

Angebot

Die Unterstützungsarbeit von LEFÖ ist ganzheitlich, klientinnenorientiert und mit besonderer Aufmerksamkeit auf die soziale Ausgrenzung, Marginalisierung und gesellschaftliche Diskriminierung – und fokussiert gleichzeitig auch die Entwicklung der Community im Sinne einer Selbstunterstützung.

Die Angebote von LEFÖ für Migrant*innen in der Sexarbeit umfassen

  • Kulturelle Mediation im Streetwork
    aufsuchende Informations-, Beratungs- und Unterstützungsarbeit am Arbeitsplatz der Frauen*, Schwerpunkt Gesundheitsprävention (Sozial- und Gesundheitsberatung, Gewaltprävention)
  • Kulturelle Mediation in Beratungen und Begleitungen
    muttersprachliche ganzheitliche Beratung und Begleitung
  • Kulturelle Mediation in Workshops für Multiplikator*innen („Peer Educators“)
    intensive Kleingruppenarbeit mit wechselnden inhaltlichen Schwerpunkten (Gesundheit, Recht, Soziales) zur Informations- und Wissensweitergabe, Schaffung eines Kommunikationsraumes und Empowerment

Seit Jahren stellen die Mitarbeiter*innen von LEFÖ ihre Expertise zu Sexarbeit auf nationaler und europäischer Ebene zur Verfügung. Dadurch hat sich LEFÖ zu einer Anlauf- und Informationsstelle entwickelt, die bundesweit arbeitet, transnational vernetzt ist und Information und Forschung mit Unterstützungsarbeit durch kulturelle Mediation verbindet.

Um auf die fehlenden Rechte von Sexarbeiter*innen medial und öffentlichkeitswirksam aufmerksam zu machen, führte LEFÖ in den Jahren 2007 und 2008 bundesweite Kampagnen durch. Unter dem Motto „Sexarbeiter*innen haben Lust... auf ihre Rechte!“ wurden – mit Unterstützung von Organisationen und vielen Einzelpersonen –  Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Filmpräsentationen, künstlerische Aktionen u.v.a.m. konzipiert und organisiert.

Rechtliche Informationen

Sexarbeit ist in Österreich im Rahmen eines reglementarischen Regimes organisiert. Ein komplexes System von Bundes- und Landesgesetzen reguliert die Ver- und Gebote entlang derer Sexarbeit ausgeübt werden darf. Seit der Strafrechtsreform 1974 ist Sexarbeit nicht mehr grundsätzlich kriminalisiert, unterliegt aber zahlreichen kontrollierenden Maßnahmen. Dazu gehören nicht nur die Prostitutionsgesetze der einzelnen Bundesländer, sondern ebenso das Fremdenrecht, Strafrecht, Steuerrecht und rechtliche Regelungen zum Gesundheitsbereich.
Für Sexarbeiter*innen gilt eine behördliche Registrierungspflicht, die Verpflichtung zu regelmäßigen – zumeist amtsärztlichen – Gesundheitsuntersuchungen sowie Steuerpflicht. Gleichzeitig fehlen entsprechende Arbeits- und Sozialrechte. Dies institutionalisiert eine Doppelmoral, die Sexarbeit als Wirtschaftszweig anerkennt, die Akteur*innen – die Sexarbeiter*innen – jedoch kriminalisiert und illegalisiert.

 

Seit dem Urteil des Obersten Gerichtshofes vom 18. April 2012 wurde erstmals seit 1989 die generelle Sittenwidrigkeit von Verträgen zwischen Sexarbeiter*innen und Kunden aufgehoben. Folglich können Sexarbeiter*innen künftig ihre Entgeltforderungen einklagen. Bislang blieb diese Grundsatzentscheidung jedoch ohne politische Folgen.

 

In Wien trat im November 2011 das neue Wiener Prostitutionsgesetz in Kraft, welches einschneidende Veränderungen für Sexarbeiter*innen und der Sexarbeitsszene in Wien nach sich zog.
Ein wesentliches Ziel des Gesetzes war die Entkopplung von im öffentlichen Raum sichtbarer Sexarbeit und Wohngebiet. Somit wurde der Straßenstrich in abgelegene Teile der Stadt verlagert, wo es für Sexarbeiter*innen bedeutend schwieriger wurde, gute und sichere Arbeitsbedingungen vorzufinden.
Desweiteren wurde unter anderem ein formalisiertes Genehmigungsverfahren für Betreiber*innen von Sexarbeitslokalen eingeführt und die Möglichkeit einer Bestrafung von Freiern eingeräumt, die außerhalb der erlaubten Bereiche für Straßensexarbeit sowie in Sexarbeitslokalen, deren Betrieb unzulässig ist, mit Sexarbeiter*innen Kontakt aufnehmen.

Informationsmaterialien

Das LEFÖ-TAMPEP-Team bietet Begleitungen zur Registrierung an

Hier gibt es Informationen für Sexarbeiter*innen in verschiedenen Sprachen:

Informationspapier zur Beleg- und Registrierkassenpflicht

Seit 1. Jänner 2016 existiert in Österreich die Beleg- und Registrierkassenpflicht für alle Selbständig Tätigen – so auch Sexarbeiter*innen. LEFÖ/TAMPEP hat ein Informationspapier erstellt, in dem alle wesentlichen Fakten und Informationen zu dieser neuen gesetzlichen Regelung zu finden sind (pdf, 290 KB)

Information zu Versicherung und Steuer

Hier gibt es aktualisierte Informationen für Sexarbeiter*innen in verschiedenen Sprachen (Stand Juli 2017).

Informationsblatt zu Versicherung und Steuer:

Informationsbroschüre für Sexarbeiter*innen: Situation in Österreich

Informationsbroschüre - Deutsch (Info, pdf, 731 KB)

Informationsbroschüre - Englisch (Info, pdf, 738 KB)

Informationsbroschüre - Chinesisch (Info, pdf, 1 MB)

Informationsbroschüre - Bulgarisch (Info, pdf, 778 KB)

Informationsbroschüre - Tschechisch (Info, pdf, 974 KB)

Informationsbroschüre - Ungarisch (Info, pdf, 690 KB)

Informationsbroschüre - Rumänisch (Info, pdf, 817 KB)

Informationsbroschüre - Spanisch (Info, pdf, 710 KB)

Handbuch "Empowerment through rigths awareness"

Dieses umfassende Werk von LEFÖ, das im Dezember 2014 herausgegeben wurde, gibt auf 96 Seiten Einblick in die Arbeitspraxis der europäischen Partner*innenorganisationen von INDOORS und betont die Wichtigkeit von niederschwelligen Zugängen zu rechtlicher Gleichstellung im Prozess um Stärkung und Selbstbestimmung von Sexarbeiter*innen. Handbuch, pdf 2,71 MB

Sexarbeit in Österreich

Im Rahmen von INDOORS III (2013-2014) sprach Maria Cristina Boidi, LEFÖ, über Sexarbeit in Österreich, die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die gesellschaftspolitische Situation von Sexarbeiter*innen.  Video

Video "Equal Rights for sex workers"

Im Rahmen des Projektes INDOORS wurde das Video "Equal Rights" mit und für Sexarbeiter*innen produziert um auf die fehlenden Rechte aufmerksam zu machen.

Das Video in 17 verschiedenen Sprachen: Video Equal Rights

 

INDOORS - Unterstützung und Ermächtigung von Sexarbeiter*innen, die in Lokalen arbeiten - ist ein von der EU finanziertes Projekt, das gemeinsam mit Partner*innenorganisationen des TAMPEP Netzwerkes aus Frankreich, Deutschland, Bulgarien, Finnland, Italien, Niederlande, Portugal und Spanien umgesetzt wird.

Im Buch "Pictures of a reality" sprechen Sexarbeiter*innen über ihr Leben und Ihre Arbeitserfahrungen im INDOOR-Bereich in den neun europäischen Städten: Amsterdam, Genua, Hamburg, Helsinki, Madrid, Marseille, Porto, Sofia und Wien. Informationen dazu unter www.indoors-project.eu

Das Buch "Capacity building & awareness raising" führt durch Europa mit einem Blick auf Selbstermächtigung und Stärkung der Rechte von Sexarbeiter*innen. Informationen dazu unter www.indoors-project.eu

Das Online-Verzeichnis services4sexworkers.eu, bietet einen Überblick über respektvolle und nicht diskriminierende Einrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Recht und Soziales in verschiedenen europäischen Ländern.

Der Forschungsbericht "SEX WORK, MIGRATION and HEALTH" gibt Auskunft über die Zugangsmöglichkeiten für Sexarbeiter*innen zu Gesundheitseinrichtungen in 25 europäischen Ländern.

Das Handbuch „WORK SAFE IN SEX WORK“ ist eine Sammlung von best-practices der 16-jährigen Arbeit mit und für Sexarbeiter*innen.

Die Erhebung „SEX WORK in EUROPE“ gibt einen umfassenden Überblick über die Sexarbeiter*innen-Szene in den 25 europäischen Ländern.

Der Forschungsbericht, das Handbuch und die Erhebung stehen zum Herunterladen auf www.tampep.eu zur Verfügung.

Feministisches Manifest zur Unterstützung der Rechte von Sexarbeiter*innen

Um gegen die systematische Unterdrückung von Sexarbeiter*innen anzugehen, fordern wir alle Feminist*innen auf, ihre Ressourcen auf die Inklusion von Sexarbeiter*innen und auf die Verstärkung ihrer Stimmen in der Bewegung zu konzentrieren und gleichzeitig aufzuhören, rechtliche Rahmenbedingungen zu unterstützen, die sich als schädlich für die Rechte von Sexarbeiter*innen erwiesen haben.

Feministisches Manifest von ICRSE (pdf, 223 KB)

Dieses feministische Manifest wurde anlässlich des Internationalen Frauen*tages am 8. März 2016 von ICRSE (International Comittee on the Rights of Sex Workers in Europe) zur Unterstützung der Rechte von Sexarbeiter*innen veröffentlicht. Das Manifest ist in verschiedenen Sprachen erhältlich: http://www.sexworkeurope.org/

Adresse: UN Women / Betreff: Positionierungen zu Sexarbeit

Ein Organ der Vereinten Nationen - die UN Women - ist gerade dabei, eine offizielle Positionierung zu Sexarbeit zu entwickeln. Aus diesem Grund haben die UN Women verschiedene Organisationen eingeladen, ihre Perspektiven und Sichtweisen dazu abzugeben. Gemeinsam mit der Global Alliance Against Traffic in Women (GAATW) haben wir diese offizielle Antwort (in Englisch) verfasst.

 

Ebenso wurde parallel mit anderen Frauen- und Sexarbeiterinnenrechtsorganisationen folgendes Statement (auch in Englisch) abgegeben (pdf, 155 KB).

ai: Menschenrechte von Sexarbeiter*innen schützen!

Amnesty International macht in einem 19-seitigen Positionspapier auf fehlende Menschenrechte für Sexarbeiter*innen aufmerksam: Jeder Staat muss Sexarbeiter*innen und Sexarbeiter vor Menschenrechtsverletzungen schützen und dafür sorgen, dass sie ihre Rechte einfordern und ausüben können - das Positionspapier von ai und weitere Informationen zum Thema

Stellungnahme von LEFÖ-TAMPEP zur Novellierung des Wiener Prostitutionsgesetzes

Hier finden Sie die Stellungnahme zum Novellierungsentwurf des Wiener Prostitutionsgesetzes 2011 (pdf, 166 KB)

Veranstaltungen und Projekte

EU-Projekt: Trans Sex Workers Rights are Human Rights

Transgender Personen in der Sexarbeit gehören zu den besonders verletzlichen Gruppen von Sexarbeiter*innen. Im Rahmen dieses EU-Projekts sollen die Bedürfnisse der oftmals besonders sowie mehrfach diskriminierten Gruppe von Transgender-Sexarbeiter*innen erkannt werden, Bewusstsein für die spezifische Situation von Transgender Personen in der Sexarbeit vermittelt und gegen deren Stigmatisierung und Marginalisierung aufgetreten werden. Trainings von Personen und Berufsgruppen, die mit Transgender Sexarbeiter*innen zu tun haben, sollen außerdem zur Sensibilisierung und Aufklärung beigetragen. Durch Ausbildung, Stärkung und Einbindung von Transgender Sexarbeiter*innen als peer educators soll Empowerment gestärkt werden. Im Zeitraum von Dezember 2017 bis November 2019 werden unter der Koordination von ADPES (Portugal) zusammen mit Partnerorganisationen aus Griechenland (Red Umbrella Athens), Spanien (Colectivo Hetaira) und Italien (MIT) zahlreiche Aktivitäten umgesetzt.

 

Dieses EU-Projekt wird co-finanziert durch das Rights, Equality and Citizenship Programme REC-DISC-AG-2016 mit der spezifischen Förderschiene European citizenship rights, anti-discrimination, preventing and combating intolerance.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt unter: https://transr.eu/

Internationaler Hurentag, 2. Juni 2016: SexArbeit im Fokus!

Gemeinsam mit den Vertreter*innen der lust.werk.statt, den Grünen Frauen Wien, Amnesty International / Netzwerk Frauenrechte, der Beratungsstelle PiA / Information & Beratung für Sexarbeiter*innen (Salzburg), den KPÖ Frauen, dem Referat für Feministische Politik und Arbeitsbereich für homo*bi*trans*inter*queer* Angelegenheiten der ÖH Bundesvertretung macht LEFÖ auf die fehlenden Rechte von Sexarbeiter*innen aufmerksam!

Für die Durchsetzung aller Rechte und der Involvierung von Sexarbeiter*innen in Entscheidungsprozesse!
Gegen Diskriminierung und gesellschaftspolitischen Ausschluss!

 

Wann: Donnerstag, 2. Juni 2016, 15.00-18.00 Uhr
Wo: Urban-Loritz-Platz (U6/Burggasse), Wien 8.
Live Acts: Helga Porpaczy / Clara Blume / DJ-Line Christina Nemec
Mit: Info-Café, Politischen Diskussionen, Flashmob und vielem mehr!

Pressemitteilung der Organisationen LEFÖ, PiA, maiz, SXA-Info, iBUS und der Plattform sexworker.at

Frauen*handel-Expertise für Sexarbeiter*innen (Nachhaltigkeit gewährleisten)

Anknüpfend an die Ergebnisse und Erfolge der vorherigen Projekte (Beschreibungen siehe unten) wird im Sinne der Nachhaltigkeit dieser Arbeitsschwerpunkt fortlaufend fortgeführt.

Frauen*handel-Expertise für Sexarbeiter*innen (Projekt gefördert durch MA57)

Potentielle Unterstützer*innen von Betroffenen des Frauen*handels im Bereich der Prostitution sind ihre Kolleg*innen in der Sexindustrie, oftmals migrantische Sexarbeiter*innen. Sie haben ein profundes Wissen über die Organisation der Prostitutionsszene, unterstützen einander oft bei rechtlichen, sozialen und gesundheitlichen Fragen und sind regional und transnational mobil. Daher ist es wichtig, sie als Expert*innen und Multiplikator*innen (peer educators) innerhalb von Migrationsbewegungen anzuerkennen und einzubeziehen.

Vor diesem Hintergrund führte LEFÖ das Pilotprojekt „Frauen*handel-Expertise für Sexarbeiter*innen“ in Wien im Zeitraum von 6 Monaten (Juni bis November 2010) durch. Dabei fand gezielte Outreach-Tätigkeit statt (aufsuchende Unterstützungs- und Informationsarbeit durch kulturelle Mediator*innen am Arbeitsplatz von Sexarbeiter*innen). Dadurch wurden Sexarbeiter*innen als Multiplikator*innen kontaktiert und zu Frauen*handel informiert und sensibilisiert. In Workshops fand Aufklärung über und Vermittlung von Expertise zu Frauen*handel statt. Durch die Stärkung der teilnehmenden Sexarbeiter*innen und den Multiplikationseffekt im Kontext der hohen Mobilität stellte dies eine nachhaltige Präventionsmaßnahme gegen Frauen*handel dar.