IBF - Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel
Inhalt
Kontakt
Floragasse 7A/7
1040 Wien
Telefon: +43.1.796 92 98
Fax: +43.1.796 92 99
E-Mail: ibf@lefoe.at
Kontaktperson
Maga Evelyn Probst
Büroöffnungszeiten
Mo, Di, Fr: 09:00 bis 14:00 Uhr
Do: 14:00 bis 19:00 Uhr
Zielgruppen
- Migrantinnen, die durch Gewalt, Drohung, Ausnützung ihrer starken Abhängigkeit oder durch Täuschung zur Ausübung der Prostitution in Österreich angehalten werden.
- Migrantinnen, die durch Heiratshandel nach Österreich gebracht wurden und unter Bedingungen krasser Ausbeutung leben müssen.
- Migrantinnen, die in andere ausbeuterische und sklavenähnliche Arbeitsbereiche (wie Haushalt) gehandelt wurden.
Sprachen
- Amharisch,
- Arabisch,
- Albanisch,
- Bambara,
- Bulgarisch,
- Bosnisch,
- Chaga,
- Chinesisch,
- Diola,
- Englisch,
- Edo,
- Eschan,
- Farsi,
- Foula,
- Französisch,
- Italienisch,
- Kamba,
- Kambe,
- Kroatisch,
- Kunma,
- Liso,
- Luganda,
- Lunyakole,
- Lutoro,
- Mandinka,
- Markagne,
- Nyanja,
- Nbiago,
- Paré,
- Pegeon,
- Polnisch,
- Portugiesisch,
- Rumänisch,
- Russisch,
- Serbisch,
- Sererr,
- Slowakisch,
- Soninke,
- Spanisch,
- Swaheli,
- Taita,
- Toucouleur,
- Tschechisch,
- Türkisch,
- Ungarisch,
- Wolof,
- Yoroba.
Konzept
Frauenhandel ist
- wenn Frauen aufgrund von Täuschungen und falschen Versprechungen migrieren und im Zielland in eine Zwangslage gebracht werden;
- wenn sie aufgrund ihrer rechtlosen Situation zur Ausübung von Dienstleistungen gezwungen werden;
- wenn sie ihrer Würde, ihrer persönlichen oder sexuellen Integrität von Ehemännern oder ArbeitgeberInnen beraubt werden.
Mit diesem Zugang, der verschiedene Ausbeutungsverhältnisse von Migrantinnen fokussiert, arbeitet die LEFÖ-IBF seit 1998 bundesweit in Österreich. Übergeordnetes Ziel der LEFÖ-IBF ist es mittels unterstützender Interventionen die Handlungsfähigkeit der betroffenen Frauen und Mädchen zu stärken und zu erweitern. Dies basiert auf dem Wissen, dass Frauenhandel eine Frauen- und Menschenrechtsverletzung ist.
Ziele der Interventionsstelle
- Prävention von Frauenhandel
- Schutz für Migrantinnen vor Gewalt, Ausbeutung und Frauen-/Menschenrechtsverletzungen
- Schutz und Sicherheit für betroffene Frauen und Mädchen
- Stärkung der Frauen im Migrationsprozess, um sie bei der Lösung aus
Abhängigkeits-, Gewalt- und Ausbeutungsverhältnissen zu begleiten und ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen - Ermächtigung von betroffenen Frauen und Mädchen
- Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen für Migrantinnen in Österreich
Angebot
- Unterbringung in Notwohnungen mit muttersprachlicher Betreuung und kultureller Mediation
- 24 Stunden Erreichbarkeit für die betroffenen Frauen
- Betreutes Wohnen in der Übergangswohnung
- Psychosoziale, psychologische, soziale, Gesundheits- und Lebensberatung, Psychotherapie
- Gewährleistung medizinischer und ärztlicher Versorgung
- Beratung und Intervention hinsichtlich Aufenthalts- und Arbeitsrecht
- Begleitung zu polizeilichen Einvernahmen
- Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung
- Schubhaftbetreuung bei Verdacht auf Frauenhandel
- Vermittlung zu Deutschkursen, Weiterbildungs- und Integrationsangeboten
oder - Rückkehrvorbereitungen in Zusammenarbeit mit Organisationen in den Herkunftsländern
Rechtliche Informationen
Im Bereich Frauenhandel kommen unterschiedliche Gesetze zum Tragen. Besondere Bedeutung kommen hierzu dem Strafgesetzbuch, dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz und der Strafprozessordnung zu. Aber auch Sicherheitspolizeigesetz, Zivilrecht und Arbeitsrecht bestimmen den gesetzlichen Rahmen. Mehr dazu hier (pdf, 126,8 KB)
LEFÖ - IBF ist tätig im Auftrag von
- Bundeskanzleramt: Frauen und
- dem Bundesministerium für Inneres
Prozessbegleitung wird gefördert von
Bundesministerum für Justiz
Informationsmaterialien
Die Informationen für Betroffene von Frauenhandel gibt es in verschiedenen Sprachen.
- Informationsfolder Englisch (pdf, 195,5 KB)
- Informationsfolder Arabisch (pdf, 114,9 KB)
- Informationsfolder Chinesisch (pdf, 41,8 KB)
- Informationsfolder Bosnisch (pdf, 1,6 MB)
- Informationsfolder Polnisch (pdf, 456,8 KB)
- Informationsfolder Russisch (pdf, 466,1 KB)
- Informationsfolder Slovakisch (pdf, 454,6 KB)
- Informationsfolder Tagalog (pdf, 448,9 KB)
- Informationsfolder Tschechisch (pdf, 453,3 KB)
- Informationsfolder Ungarisch (pdf, 453,9 KB)
- Informationsfolder Albanisch (pdf, 43,2 KB)
- Informationsfolder Spanisch (pdf, 449,3 KB)
- Informationsfolder Rumänisch (pdf, 196,8 KB)
- Informationsfolder Bulgarisch (pdf, 201,5 KB)
- Informationsfolder Französisch (pdf, 199,4 KB)
Im Jahr 2011 publiziert: Qualitätsstandards im Bereich Frauenhandel
Frauenhandel sowie Menschenhandel ist ein komplexes Verbrechen und eine schwere Frauen- bzw. Menschenrechtsverletzung. Auf diesem Grundsatz basieren die im Jahr 2011 publizierten "Qualitätsstandards einer Gefahrenanalyse, sicheren Rückkehr und Reintegration von Betroffenen des Frauenhandels" (erstellt von LEFÖ-IBF). (Qualitätsstandards, pdf, 231 KB)
An dieser Stelle weisen wir auf den Folder des BMWFJ zu Kinderhandel hin: Indikatoren und Risikoprofile zur Identifikation von Opfern von Kinderhandel.
LEFÖ-IBF Jahresberichte
Der Jahresbericht 2010 der LEFÖ-IBF kann angefordert werden per Mail unter: info@lefoe.at
Der Jahresbericht 2009 der LEFÖ-IBF kann angefordert werden per Mail unter: info@lefoe.at
Der Jahresbericht 2008 der LEFÖ-IBF kann angefordert werden per Mail unter: info@lefoe.at
Veranstaltungen und Projekte
COMP.ACT EUROPE (European Action for Compensation for Trafficked Persons)
Ausgangsbasis für dieses Projekt war eine Initiative von 13 europäischen NGOs im Jahr 2008. Seit Dezember 2009 wird COMP.ACT EUROPE von der Europäischen Kommission gefördert mit dem Ziel, Zugang für gehandelte Personen zu Entschädigung/Schmerzensgeld/Schadenersatz durchzusetzen. Neben Kampagnen-Arbeit wird dieses internationale Netzwerk eine Erhebung durchführen um zu eruieren, inwieweit diesbezügliche gesetzliche Bestimmungen in den EU-Mitgliedsstaaten existieren und wie sie umgesetzt werden.
LEFÖ – IBF ist neben KOK Deutschland und La Strada Tschechien im Steering Komitee; geleitet wird diese europäische Initiative von La Strada International und Anti – Slavery. (COMPACT-Folder, pdf 839,3 KB)
COMP.ACT ÖSTERREICH
Mit der Koordination von LEFÖ – IBF wurde gemeinsam mit dem Ludwig Bolzmann Institut für Menschenrechte und zwei Juristinnen eine Studie erstellt, die basierend auf der Auswertung von Akten und Interviews die rechtliche Situation in Österreich darstellt. Es wurden Empfehlungen entwickelt, die den realen Zugang für Betroffene ermöglichen soll.
FROM
Dieses Projekt hat Qualitätsstandards für eine sichere Rückkehr von Betroffenen von Frauenhandel zum Fokus. Das Projekt hatte seinen Start mit November 2009. Im Rahmen dieses Projektes, das über den Europäischen Rückkehrfonds und das Bundesministerium für Inneres finanziert wird, werden Qualitätsstandards zur Risikoanalyse und zur freiwilligen sicheren Rückkehr entwickelt. Diese Qualitätsstandards sind Teil der Prävention von Revictimisierung, da sie die Sicherheit von Betroffenen des Frauenhandels ins Zentrum stellen. Ein weiterer Teil des Projektes besteht im Aufbau von nachhaltigen Netzwerken, die die Reintegration von Betroffenen im Herkunftsland unterstützen können. Ziel sind Kooperationsvereinbarungen mit nationalen und internationalen Organisationen in Österreich, Afrika und Asien.
ENPATES
Das Projekt ENPATES “European NGOs Platform Against Trafficking, Exploitation And Slaveries” zielt auf eine effiziente Kooperation zwischen NGOs ab, die im Bereich Anti-Trafficking in Europa tätig sind, um Wissen über Menschenhandel und Anti-Trafficking-Strategien zu sichern. Beginn des Projektes war im Juli 2010. LEFÖ-IBF ist für den Bereich aktuelle Entwicklungen und Trends im Frauen- und Menschenhandel zuständig. In der zwei-jährigen Laufzeit wird eine Plattform eingerichtet, die quantiative und qualitative Analysen zu Anti-Trafficking- Maßnahmen, Aktivitäten, Praktiken und Theorien sammelt, sortiert und zur Verfügung stellt.
Film und Diskussion am 8. Juni 2011 im Schikaneder
Die Grüne Bildungswerkstatt Minderheiten lud im Rahmen von "Kino am Mittwoch" zum Film "Fatal Promises" mit anschließender Diskussion zu Frauenhandel ein. (Einladung, pdf 383,6 KB)
Pressekonferenz am 21. Oktober 2010 von LEFÖ-IBF und GAATW (Global Alliance Against Traffic in Women)
Expertinnen warnen, dass aktuelle Anti-Menschenhandel-Maßnahmen zu versagen drohen, wenn Betroffene nicht in die Entwicklung und Evaluierung involiert werden. Presseaussendung (pdf, 61,9 KB)
