Lernzentrum für Migrantinnen
Inhalt
Kontakt
Längenfeldgasse 68/24/2
1120 Wien
Telefon: +43.1.812 37 58
Fax: +43.1.581 18 81-14
E-Mail: lernzentrum@lefoe.at
bildungsberatung@lefoe.at
Kontaktperson
Maga Elisabeth Harrasser
Bildungsberatungszeiten und Kursinformation
Mo: 15:00 bis 18:00 Uhr
Fr: 13:30 bis 16:30 Uhr
Zielgruppen
- Migrantinnen aus lateinamerikanischen Ländern
- Migrantinnen, die Sozialhilfe beziehen
- Betroffene von Frauenhandel
Konzept
Bildungsarbeit im Lernzentrum
Verstehen können und verstanden werden, sich ausdrücken und einbringen können sind nicht nur Werkzeuge für ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben – sie sind die Grundvoraussetzung für Chancengleichheit und Partizipation.
Seit 1989 bietet LEFÖ Migrantinnen ein Lernzentrum mit verschiedenen Bildungsangeboten und –maßnahmen und unterstützt damit Migrantinnen in ihren individuellen und unterschiedlichen Lebenssituationen. Übergeordnetes Ziel der Bildungsarbeit im Lernzentrum ist die Stärkung von Autonomie, Selbstbewusstsein und Entscheidungsfähigkeit der Migrantinnen. Denn auf der Basis eines selbstreflexiven und (selbst-) bewussten Umgangs mit der eigenen Lern-, Bildungs- und Arbeitsbiographie kann die Grundlage für eine nachhaltige Bereitschaft und Fähigkeit für lebenslanges Lernen geschaffen werden. Dies ist eine nicht nur für Migrantinnen unabdingbare Voraussetzung für eine gelingende Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.
Auf der Seite der Kursleiterinnen ist eine selbstreflexive kritische Auseinandersetzung sowohl mit den eigenen Wertvorstellungen und Haltungen, als auch über die eigene pädagogische Praxis und Methodologie gefordert.
Vor diesem Hintergrund erfolgt die konkrete Sprach-, Wissens- und Kompetenzvermittlung durch ein System verschiedener Auswahl- und Kombinationsmöglichkeiten. Dies entspricht den unterschiedlichen Zeitressourcen und Interessen der Migrantinnen, fördert die aktive Beteiligung der Teilnehmerinnen und den Austausch zwischen ihnen und den Kursleiterinnen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Bildungsarbeit ist es, den Lernerinnen in einem Frauenraum die Zielsprache Deutsch lustvoll und lebensnah näher zu bringen, mit dem Ziel Alltagssprachkompetenz zu bekommen.
Die Einbettung des Lernzentrums in das ganzheitliche LEFÖ-Beratungskonzept sichert darüber hinaus eine umfassende Sozialberatung, was der komplexen Lebenssituation von Migrantinnen entgegenkommt und einen kontinuierlichen Kursbesuch optimiert.
LEFÖ als Partnerin im ESF-Programm Ziel 2 „Lernzentren für Migrantinnen“ (ESF – Europäischer Sozialfonds) „Lust auf Sprache und Bildung“
Von Februar 2008 bis Jänner 2012 setzt LEFÖ – in Kooperation mit den Migrantinnenorganisationen Peregrina und OrientExpress - das Netzwerkprojekt „Lernzentren für Migrantinnen“ um, das im Rahmen des ESF-Programmes Ziel 2 statt findet. LEFÖ übernimmt in diesem Kontext das Teilprojekt „Lust auf Sprache und Bildung“ im LEFÖ-Lernzentrum, sowie die Gesamtkoordination und das gemeinsame Modul „Politische Bildung“.
Für das LEFÖ-Lernzentrum bedeutet dies vor allem eine wichtige Erweiterung der Basiskurse um ergänzende kreative und experimentelle Angebote. Verstärkt wird die Bildungsberatung einen Platz als Schnittstelle zum Arbeitsmarkt einnehmen, um den Lernerinnen eine gezieltere Begleitung und Unterstützung zukommen zu lassen. Interessante Ergebnisse dürfte die im Rahmen des gemeinsamen Moduls „Politische Bildung“ zu erhebende Studie erwarten lassen. Ein partizipatorischer Ansatz lässt hier eine Erweiterung des Diskurses zum Thema erhoffen.
Angebot
- Angebote in der Basisbildung - Sommersemester 2012 (pdf, 327 KB)
Die Nutzung der Kulturpässe wird im Lernzentrum im Besonderen angeregt. Mehr dazu unter: www.hungeraufkunstundkultur.at
Rechtliche Information
Zertifizierte Erwachsenenbildnerinnen in LEFÖ
Seit September 2011 können drei Mitarbeiterinnen von LEFÖ das wba-Zertifikat nachweisen (wba steht für Weiterbildungsakademie Österreich). Dies bescheinigt eine hohe Kompetenz für den Erwachsenenbildungsbereich, die erfolgreich unter Beweis gestellt wurde.
ÖSD-Prüfungszentrum
LEFÖ ist seit 1997 ein ÖSD-Prüfungszentrum und nimmt Migrantinnen die Diplomprüfungen für die A2-Grundstufe Deutsch und das B1-Zertifikat Deutsch ab. Das A2-Diplom wird auch für die Integrationsvereinbarung anerkannt, ebenso für den Sprachnachweis, um die Österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen.
Europäischer Referenzrahmen
Sowohl die Kurse von LEFÖ als auch die ÖSD-Prüfungen sind nach dem Europäischen Referenzrahmen ausgerichtet.
Netzwerk Sprachenrechte
LEFÖ beteiligt sich am Netzwerk Sprachenrechte (Netzwerk aus ExpertInnen aus Wissenschaft, Theorie und Praxis), über deren Webseite viele Stellungnahmen und politische Aktivitäten zum Thema Integration und Sprache abrufbar sind.
Information
- alle Frauen, die einen Sozialhilfe-Bezug haben, können in LEFÖ einen Kursplatz beanspruchen.
- Sozialhilfe-Empfängerinnen erhalten einen Sozialpass, der zur ermäßigten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel berechtigt und die Nutzung sogenannter Sozialmärkte ermöglicht. Mehr dazu unter www.wien.gv.at und www.wienerlinien.at
Informationsmaterialien (2008 - Jänner 2012)
Veranstaltungen und Projekte
2010
Vernissage "Spiel der Farben"
Am 11. Juni 2010 fand eine Vernissage des Frauen-Malateliers unter dem Motto "Spiel der Farben" statt. Auf Initiative der Künstlerin Gloria Isabel Romero de Tichy gibt es im LEFÖ-Lernzentrum seit 2 Jahren das Frauen-Malatelier. Dieser Abend eröffnete die Ausstellung, die über 5 Wochen in der Grünen Galerie von Wien 7 zu sehen war.
Phonetik und Sprachgestaltung im LEFÖ-Lernzentrum
Überzeugendes Sprechen im Alltag hängt zu einem großen Teil vom Auftreten, also der Körpersprache und zu einem weiteren großen Teil vom bewussten Sprechen ab. Deutlichkeit, Verständlichkeit, Sicherheit beim Sprechen - das alles trainiert die Phonetik. Betonungen, Verdeutlichung durch unterschiedliche Tempi und emotionale Färbungen werden in der Sprachgestaltung trainiert. Im Verein LEFÖ wird im Lernzentrum ein Versuch gestartet, die Lernerinnen durch Phonetikunterricht neugierig auf die deutsche Sprache zu machen und ihnen einen spielerischen, gestalterischen Umgang damit zu zeigen. Dies bewirkt im täglichen Leben eine Kompetenzsteigerung auf sprachlicher und zwischenmenschlicher Ebene. Die Phonetik stellt somit ein Beitrag zu einem Empowerment-Training dar.
2009
Zum Thema „Körperwahrnehmung - Kommunikation und Erfahrung mit dem Körper“ wurde beim erstmaligen Workshop zum Schwerpunkt Phonetik verständliche Aussprache spielerisch trainiert. Die Teilnehmerinnen hatten Gelegenheit im Rahmen dieser Selbsterfahrung zu erleben, dass überzeugendes Sprechen im Alltag maßgeblich von der Körpersprache abhängt, ebenso von bewusstem Sprechen.
Im Rahmen des Bildungsseminars „[Politische] Bildung und Migrantinnen / ganzheitliche Ansätze, kritische Auseinandersetzungen“ (Juli 2009) wurden – neben Referaten und Diskussionen – verschiedene Methoden im DaZ/F-Unterricht präsentiert. LEFÖ präsentierte die Methode der „Elfchen“. (PowerPointPräsentation, 180,2 KB)
Ein Workshop zum Thema „Wohlfühlen“ fand im April 2009 statt. Bereits als Vorarbeit zu diesem Workshop wurden im Rahmen der Schreibwerkstatt eine Sammlung von Hausrezepten zusammengestellt. Das große Repertoir aus unterschiedlichen Kulturen, aus verschiedenen Klimaregionen dieser Welt (deren Produkte sich aber zu einem relativ großen Teil in hiesigen Supermärkten finden), ihr großes Wissen, wie diese Zutaten in Bezug auf Krankheiten, Schönheit, Wohlbefinden eingesetzt werden können, ließ ein Manuskript mit Rezepten und anschaulichen Zeichnungen entstehen. Der Workshop stellte dann den gelungenen und ergänzenden Abschluss mit alltagspraktischen Beispielen an interkulturellen Variationen von Wohlfühltechniken dar.
In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung wurde ein Workshop zum Thema „Politische Bildung“ für Kurstrainerinnen und Projektmitarbeiterinnen des Ziel 2 Netzwerkes „Lernzentren für Migrantinnen“ (Februar 2009) durchgeführt.
Frauen-Malatelier „Taller“: auf Eigeninitiative von Lernerinnen findet dieses Atelier regelmäßig im Lernzentrum statt. Dabei entstandene Produkte – wie Ölbild-Malereien, Stoff-Applikationen, Stoffmalereien und Modeschmuck - wurden beim Südwind-Fest und bei der Preisverleihung des Grünen-Meidlinger-Frauenpreises präsentiert. Zur Vernissage im Juni 2010 siehe unter News.
Mit dem Pilotkurs hat LEFÖ für den Österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung 2009 unter der Kategorie INNOVATION eingereicht. Der Pilotkurs wurde für den Staatspreis nominiert.
2008
Café Melange - eine Kunstinstallation
Als Projektbeitrag zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 wurde das Kunstprojekt Café Melange initiiert: vom 29. August bis 5. Oktober "reiste" das Café Melange mit einer Containerinstallation als mobiles, interaktives Kaffeehaus durch Wien. In Kooperation mit der Schreibwerkstatt des LEFÖ-Lernzentrums entstand eine von Kursteilnehmerinnen gestaltete Plakatserie, die die Containerinstallation wesentlich prägte. Die Installation war u.a. in der Städtischen Bücherei (Wien) ausgestellt.
