TAMPEP: Gesundheitsprävention für Migrantinnen in der Sexarbeit
Die Präsenz von Migrantinnen in der Prostitution wurde zu Beginn der 1970er Jahre sichtbar und verstärkte sich seit den 1990er Jahren. Der Anteil der Migrantinnen in der Prostitution ist heute in den meisten EU-Staaten auf über 50% gestiegen (in Österreich zwischen 70-80%, Deutschland 60%, Italien 90%, Frankreich und Niederlande 70%). Gesetzlich ist Prostitution in den meisten europäischen Ländern geduldet. In der Realität aber war und ist Sexarbeit immer eine marginalisierte und stigmatisierte Tätigkeit und wird in fast allen europäischen Ländern nicht als Arbeit oder Erwerbsarbeit anerkannt. Migrantinnen in der Sexarbeit zögern daher oft, Organisationen, Institutionen oder Ämter aufzusuchen. Viele weitere Faktoren wie Sprachbarrieren oder Angst halten sie davon ab, Dienstleistungen, die ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Kunden schützen, in Anspruch zu nehmen.
Konfrontiert mit der Tatsache der Internationalisierung der Prostitution arbeitet LEFÖ als erste Organisation in Österreich bereits seit 1991 im Bereich der Gesundheitsprävention für Migrantinnen (aller Nationalitäten) in der Sexarbeit – in Wien und bundesweit. Als Partnerin des europäischen Netzwerks und Projekts TAMPEP (European Network for HIV/STI Prevention and Health Promotion Among Migrant Sex Workers) wird die nationale Tätigkeit in einen vergleichenden europäischen Zusammenhang gesetzt und der politischen Lobbyingarbeit Nachdruck verliehen.
Im Zentrum unserer Arbeit steht das Konzept der kulturellen Mediation. Das bedeutet, in der direkten Arbeit mit den Frauen Themen und Inhalte (Gesundheit, Sexualität, Prostitution) nicht nur muttersprachlich zu vermitteln, sondern in den Kontext des Herkunftshintergrundes zu „übersetzen“. Die erlebte Migrationserfahrung, die sowohl die migrantische Sexarbeiterin als auch die beratende kulturelle Mediatorin teilen, fördert ein besseres Verständnis und unterstützt die „Brückenfunktion“ der kulturellen Mediatorin.
Unsere Angebote für Migrantinnen in der Sexarbeit umfassen:
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streetwork (bundesweit)
aufsuchende Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz der Frauen (Bar, Club, Bordell, Café, Apartment, Sauna usw.)
| Beratungen und Begleitungen
muttersprachliche, ganzheitliche Beratung, Vermittlung und Begleitung (zu Behörden, Ämtern und anderen Einrichtungen)
| workshops für Multiplikatorinnen
intensive Kleingruppenarbeit mit wechselnden inhaltlichen Schwerpunkten (Verhütung, safer sex, HIV, Sicherheit in der Arbeit u.a.) zur Informations- und Wissensweitergabe, zur Schaffung eines Kommunikationsraumes, zur Ausbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins von Multiplikatorinnen und zur gemeinsamen Entwicklung von Informationsbroschüren
weitere Aktivitäten:
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Analyse der Auswirkungen der europäischen Politik gegenüber
Prostitution und ihrer Folgen für die Gesundheit sowie die Lebens-
und Arbeitsbedingungen von ausländischen Sexarbeiterinnen
- Verfolgung der Reaktionen auf die "Internationalisierung" von Prostitution
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Herstellung von Informationsmaterialien und Broschüren in den erforderlichen
Sprachen
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Teilnahme an öffentlichen Foren und Vertretung der Rechte von Migrantinnen in der Prostitution
- Lehrgang für kulturelle Mediatorinnen im Bereich Prostitution in Kooperation mit Im Kontext - Institut für Organisationsberatung, Gesellschaftsforschung, Supervision und Coaching
Telefonische Terminvereinbarung unter 01-581 18 81.
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